Frisch polierte, glänzende Autolacke dienen nicht nur der ansehnlichen Optik eines Autos, sie schützen die Karosserie auch vor schädlichen äußeren Einflüssen und den dadurch resultierenden Rostschäden. Nicht rechtzeitig entfernter Vogelkot, Streusalz im Winter, intensive UV-Strahlung, Ausscheidungen von Blattläusen, Baumharze oder Blütenstäube greifen die Oberfläche an und ätzen sich regelrecht durch den Lack bis zum Blech. Im schlimmsten Fall kann der Lack an solch betroffenen Stellen abplatzen, wonach ein Ausbessern bzw. eine Neulackierung erfolgen muss, um weitere kostspieligere Schäden zu vermeiden. Daher dient die regelmäßige Lackpflege dem Werterhalt des Fahrzeuges. Wie man es richtig macht, zeigen wir hier.
Wichtig ist die Regelmäßigkeit!
Neben der Grundreinigung des Lacks mit reichlich Wasser und speziellem Auto-Shampoo zur Beseitigung des groben Schmutzes empfiehlt sich mindestens zweimal im Jahr eine Konservierung des Autolacks mit Wachs und Politur. Die dadurch entstehende Schutzschicht wirkt wasserabweisend und schützt vor Umwelteinflüssen. Festsitzende Verunreinigungen durch Teer oder angetrocknete Insekten sollten vor der Konservierung mit speziellen Pflegeprodukten entfernt werden. Mehr dazu gleich.
Moderne Autowaschanlagen sind die preisgünstigste und schnellste Methode, ein Auto effektiv zu reinigen. Dank schonender Bürsten besteht kaum noch die Gefahr, den Lack zu zerkratzen. Besser ist jedoch die Pflege per Hand, die aus den drei folgenden Grundkomponenten besteht:
Lack reinigen
Die Lackreinigung gehört unbedingt zur regelmäßigen Autopflege. Achtung: Eine gründliche Lackreinigung geht über das normale Waschen per Hand oder in der Waschanlage hinaus! Um dem Lack einen langanhaltenden Glanz zu verleihen, kommt ein spezieller Lackreiniger nach der Wäsche zum Einsatz.
Die Handhabung solcher Produkte ist recht einfach. Die Hersteller empfehlen, den Lackreiniger nicht bei sonnigen Verhältnissen aufzutragen, da man auf diese Weise Gefahr läuft, dass das spätere Polierergebnis negativ ausfällt. Stattdessen wird er am besten im Schatten aufgetragen und anschließend mit einer sanften Schleifpolitur wieder entfernt. Hierbei wird die oberste, verwitterte Schicht abgetragen.
Lack polieren
Die anschließende Lackpolitur sorgt dafür, den verloren gegangenen Glanz wiederherzustellen. Nach dem Waschen und Reinigen des Fahrzeugs wird die Politur Stück für Stück mit einem weichen Lappen aufgetragen. Dies sollte ebenfalls immer an einem schattigen Ort geschehen, die bearbeitete Fläche jeweils nicht zu groß sein. Ansonsten trocknet die Lackpolitur zu schnell und hinterlässt Streifen.
Nach dem Auftragen wird die Fläche mit einem weichen Lappen abgerieben, bis ein tiefer Glanz entsteht. Man kann auch eine Poliermaschine benutzen, das verringert den nötigen Kraftaufwand deutlich. In diesem Fall sind jedoch unbedingt die Bedienungshinweise des Herstellers zu beachten. Bei stark verwitterten Lacken wird der Vorgang so lang wiederholt, bis sich der gewünschte Tiefenglanz einstellt.
Wichtig ist, ein hochwertiges Politurprodukt zu verwenden. Diese sind einerseits einfacher zu verarbeiten, andererseits erzeugen sie – richtig angewendet – das optimale finale Ergebnis.
Lack versiegeln
Dritter und abschließender Schritt einer professionellen Lackpflege ist die Versiegelung. Eine hochwertige Autolackversiegelung schützt den Lack, macht ihn widerstandsfähiger und mindert etwa die Anfälligkeit gegen Kratzer. Die Fahrzeugreinigung macht wieder Spaß, da die Pflege erheblich erleichtert wird. Nach jeder Autowäsche erstrahlt das Fahrzeug im neuen bzw. alten Glanz. Wassertropfen perlen einfach ab, Insekten, Vogelkot und Schmutz haften nur geringfügig und lassen sich leicht entfernen.
Die Handhabung einer Autolackversiegelung ist heute problemlos. Nach der intensiven Vorwäsche mit Lackreinigung und der Politur wird die Versiegelungsflüssigkeit mit einem kleinen Schwamm in ebenfalls kreisenden Bewegungen aufgebracht. Ratsam ist es, immer nur kleine Flächen zu versiegeln. Die Flüssigkeit verdunstet recht schnell. Sie sollte deshalb direkt nach dem Auftragen flächendeckend mit einem Tuch aufpoliert werden. Danach ist es schon geschafft.
Nun überlässt man das Fahrzeug für mehrere Stunden sich selbst, am besten über Nacht. Die versiegelte Oberfläche sollte in dieser Zeit nicht berührt werden. So können sich die Versiegelungskomponenten verbinden und anschließend trocknen sowie aushärten. Erst danach ist der optimale Schutz gegeben. Ab jetzt braucht man zum Reinigen nur noch ein Tuch und klares Wasser. Aber auch eine Reinigung in der Waschstraße oder mit einem Dampfstrahler ist möglich.